World Famous Comics: Electoral Authoritarianism: The Dynamics of Unfree Competition
Electoral Authoritarianism: The Dynamics of Unfree Competition
From: L. Rienner Publishers Publisher: L. Rienner Publishers Average Rating: Binding: Paperback Label: L. Rienner Publishers Number of Items: 1 Number of Pages: 267 Publication Date: May 30, 2006
German-language review Schedler gelingt es mit diesem Sammelband und seiner dichten und wohlformulierten Einleitung eine ganze Reihe empirischer und theoretischer Erkenntnisse zu komprimieren und eine Form zu geben, die es Komparativisten und Länderspezialisten künftig erlauben wird, ihre Teilstudien in einen größeren internationalen Zusammenhang zu stellen und nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden mit ähnlich strukturierten Staatsapparaten in anderen Weltregionen zu suchen. Nach Schedlers hervorragender Vorstellung des Konzepts und der Logik des elektoralen Autoritarismus folgen zwölf weitere Beiträge von zumeist ausgewiesenen Politik- und Regionalwissenschaftlern, die verschiedene Teilaspekte und Sonderformen dieses und angrenzender Regimetypen beleuchten. Gerardo L. Munck weist auf einige methodologische Probleme einer Grenzziehung zwischen verschiedenen Regierungsformen und deren Hybriden hin. Jonathan Hartlyn und Jennifer McCoy entwickeln Verallgemeinerungen über Probleme von Wahlbeobachtern bei der Bewertung von Wahlmanipulationen. Joy Langston beantwortet die Frage, wann es zum Elitenkonflikt kommt und Regierungsparteien sich spalten. William Case analysiert verschiedene Manipulationsstrategien, die es Regierenden erlauben, die Wahlarena zu kontrollieren. Mark R. Thompson und Phillip Kuntz behandeln Situationen, in welchen die Regierenden auf das Mittel der direkten Wahlfälschung zurückgreifen. John F. Clark beantwortet die Frage, unter welchen Umständen das Militär sich in den Wahlprozeß einmischt. Stefan Lindberg widmet sich dem Thema, unter welchen Bedingungen und mit welchen Zielstellungen Oppositionsparteien Wahlen boykottieren. Lucan A. Way behandelt die paradoxe Situation, in der die Schwäche des Apparates eines bestimmten Staates, wie etwa der postkommunistischen Republik Moldau, zu einer Stärkung des politischen Wettbewerbs und Pluralismus' führen kann. M. Steven Fish stellt eine hochinteressante Statistik vor, die zu belegen scheint, dass weniger der Demokratietyp - präsidial oder parlamentarisch - als solcher, als die relative Stärke des Parlaments gegenüber der Exekutive die Qualität und Überlebenschancen neuer Demokratien bestimmen. Der Erfolg des Demokratisierungsprozesses steht demnach in direktem Zusammenhang mit der tatsächlichen Macht der Legislative - ob nun in einem formal parlamentarischen, semipräsidentiellen oder präsidentiellen System. Sollte sich die Korrektheit dieser Korrelation in Folgestudien bestätigen, würde dieser Band mit Fishs Aufsatz einen weiteren womöglich einst als bahnbrechend angesehenen Beitrag zu vergleichenden Regimeforschung leisten und eine bedeutende Modifizierung der bekannten These von Juan J. Linz, Alfred Stepan und anderen über den demokratisierungsbegünstigenden Charakter der parlamentarischen Staatsform für Jungdemokratien bedeuten. In den beiden abschließenden Aufsätzen legen Steven Levitsky und Way zunächst dar, inwieweit und auf welche Art und Weise internationale Faktoren die innenpolitische Kräftebalance in einem Transformationsstaat beeinflussen können, und schließlich behandelt Richard Snyder das Spektrum der heute existierenden klar nichtdemokratischen Regimes, welchen mehr Aufmerksamkeit in der internationalen Forschung zukommen müsse.